Produkt-Review: Corsair K55 Gaming Tastatur und warum es dann nach ein paar Monaten doch eine K55 pro wurde

Warum sollte sich jemand, die/der nicht grossartig spielt, eine Gaming Tastatur zulegen?
Und warum macht der Typ ein Review über eine Tastatur, die schon ewig auf dem Markt ist und für die es bereits die verbesserte(?) K55 RGB pro bzw. K55 RGB pro XT gibt?

Warum eine Gaming Tastatur?

Weil sie schon per Definition qualitativ hochwertiger sein sollte, was auch bei der K55 der Fall ist. Über einige Jahre habe ich meine heiß geliebte Logitech G15 verwendet. Vor ca. 4 Wochen hat sie der Kaffee-Tod ereilt. Natürlich hat man immer Ersatz-Tastaturen Zuhause,
diese sind zwar auch von Logitech und keine schlechten Produkte, aber nach 2 Tagen war der Gedanke gereift “Es fehlt an haptischem Feedback, den frei programmierbaren Tasten, der Tastatur-Beleuchtung und den Medien-Tasten”
Ich wollte mich nicht grossartig umgewöhnen, was den Druckpunkt und den insgesamten Widerstand der Tasten angeht. Die Standard-Tastaturen sind mir zu leichtgängig.
Also fix beim Lieblings-Versender eingeloggt nach Tastaturen gesucht und hier Hängen geblieben: Corsair K55 Gaming Tastatur

Es gibt natürlich Tastaturen deutlich unter 30€, der Markenname Corsair war mir allerdings ein Begriff und mit positiven Eindrücken assoziiert, der IP42 Staub- und Spritzwasserschutz war auch noch ein echtes Argument. Unterbewusst war wohl auch die “Angst” dass die deutlich günstigeren Geräte nicht meinen Ansprüchen genügen der ausschlaggebende Faktor.

Preis:

Auf der Internetseite von Corsair wird zwar beworben, dass man die K55 pro für den gleichen Preis haben kann (Stimmt auch), aber bei Amazon ist die K55 derzeit um 20% reduziert und die pro bzw. pro XT bringen mir persönlich keinen Vorteil gegenüber der Standardvariante. (Mehr Zonen bei der Beleuchtung, mehr Farben einstellbar und ein paar weitere – aus meiner Sicht – unbedeutende Gimmicks, die mir keine 11 bzw. 30€ mehr wert gewesen wären.)

Abweichung zur Produktbeschreibung:

Sowohl auf der Herstellerseite, als auch bei Amazon steht in der Produktbeschreibung sinngemäß “Weiche Handballenauflage”; Die ist aus hartem Kunststoff, was mich persönlich allerdings nicht sonderlich stört.

Druckpunkt und genereller Widerstand der Tasten, Layout:

Beides passt perfekt zu meinen Präferenzen, die Umstellung von der (leider gekillten) Logitech G15 war innerhalb von einigen Anschlägen erledigt.
Im Nachhinein ist mir auch klar geworden, was mir extrem an einer Standard-Tastatur gefehlt hat: Die Reihe mit den Sondertasten links machen die Tastatur etwas breiter 😉
Das ist zwar auch Kopfsache und subjektiv, aber die “G-Tasten” sind ja auch im Alltag praktisch.

Sondertasten belegen, Software:

Die Einstellungen der Tastatur lassen sich auch relativ gut ohne die Software vornehmen.
Mit Software geht natürlich mehr und komfortabler!
Für Windows stellt Corsair eine entsprechende Software bereit, diese kann ich nicht bewerten, da ich ausschließlich Linux nutze. Von den Screenshots her, ist sie grundsätzlich mit den gleichen Merkmalen ausgestattet, wie die für Linux erhältliche open source Software CKB-Next. Und da sind wir schon am Punkt:

Die Quellen und auch Releases für CKB-Next finden sich auf Github.
Alternativ lässt sich die Software auch über ein PPA installieren.
Achtung:
Über eventuelle Risiken eines Drittanbieter-PPA muss sich jede(r) selbst im Klaren sein!

Um das PPA unter Ubuntu einzubinden verwenden wir “add-apt-repository”:

sudo add-apt-repository ppa:tatokis/ckb-next

Danach macht z.B. Ubuntu automatisch ein Update der Paketquellen, aber zur Sicherheit machen wir danach auch ein:

sudo apt update

Gefolgt von einem:

sudo apt install ckb-next

Das sollte für nahezu jede debian-basierende Distro funktionieren, ansonsten muss man mal fix die Quellen selbst kompilieren 😉

Die Software lässt sich per Autostart als Tray-Symbol laden und bietet zusätzlich zu den Tastatur-Makros, die ohne Software möglich sind, die Belegung der Sondertasten mit Programmen an. Das ist durchaus praktisch, so habe ich mir ein paar Funktionen der Hausautomation auf die Tasten gelegt.
Weiterhin kann man jede Taste neu belegen, was natürlich nur stark eingeschränkt Sinn macht 😉

Fazit:

Noch habe ich keine Langzeit-Erfahrung, aber bisher bin ich sehr zufrieden.

Nachträge:

18.11.2021:
Im Oktober habe ich mal wieder die Tastatur in Kaffee eingelegt:
Der IP42 Spritzwasserschutz war zwar nicht überragend und die Tastatur hat trotz “Schutz” bereits bei der Reinigung Ausfallerscheinungen gezeigt. Das hat mich dazu bewogen sie zu öffnen und sie trocken zu legen, hierbei konnte ich keine großartigen Kaffee-Einlagerungen entdecken und wollte schon los ziehen um eine neue Tastatur zu kaufen (Die diversen Ersatz-Tastaturen gefallen mir vom Druckpunkt her nicht gut). Zu meinem Glück habe ich in den Offline-Läden in der Umgebung nichts passendes gefunden:
Am Abend war (fast) alles wieder normal und am nächsten Morgen hat die K55 wieder zu 100% funktioniert.

13.12.2021
Der Kaffee vom Oktober war wohl doch zu brutal für die Tastatur:
Der IP42 Spritzwasserschutz taugt also relativ wenig, oder die Tastatur hatte von vornherein einen Schaden, den ich nicht bemerkt habe. Zurück schicken geht nicht, weil:
1. Selbst Schuld, wenn man Kaffee rein schüttet
2. Dann noch zusätzlich die Siegel gebrochen und die Tastatur aufgeschraubt: Kostenloser Austauch sehr unwahrscheinlich
Seit Freitag spinnt die K55, schaltet NUM-Lock selbsttätig ein und aus, haut wirre Sonderzeichen hinterher, wenn man tippt.
Am Samstag habe ich eine K55 pro beim Stamm-Versender bestellt, nicht weil ich jetzt eine “pro” haben wollte, sondern weil ich dachte “Huch, die kostet ja gerade mal noch schlappe ~2,5€ mehr” während sie noch im “Einkaufswagen” schlummerte, ist der Preis so weit gesunken, dass die “pro” in dem Augenblick – während ich das hier schreibe – 2ct mehr kostet als die K55 in der Ursprungs-Ausführung 🙂

Leider wird die K55 pro vom open Source Tool ckb-next (noch?) nicht unterstützt.
Man kann sich aber unter Linux auch mit ein paar Kniffen helfen und es geht auch ohne komfortable Zusatz-Software.

Ich würde mich über Feedback auf der Facebook-Seite freuen,
damit ich den – immer noch positiven – Eindruck falls nötig revidieren kann…..