Shelly – Warum ich die Produkte an die Spitze im Smarthome setze

Die Shelly Smarthome-Produkte bieten gegenüber anderen Herstellern einige Vorteile und lassen sich mit relativ wenig Aufwand auch in bestehende (Fremd-)Systeme einbinden. In diesem Beitrag beschreibe ich die – aus meiner Sicht – wichtigsten Vorteile:

Direkt zum Nachtrag „Abgebrannte Shellies“ vom 21.11.2023 springen

Vorab sei erwähnt, daß die in diesem Beitrag getroffenen Feststellungen mein persönliches Empfinden und meine Einsatzwecke widerspiegeln, welche zwar von einigen Freunden mit gleichen Interessen geteilt werden, aber nicht zwangsläufig eure Bedürfnisse treffen müssen. Hier im Beitrag genannte Produkte anderer Hersteller sind mir teilweise nicht bekannt und wurden lediglich zum Preisvergleich herangezogen. Nach wie vor setze ich sehr viele Komponenten Homematic und Homematic IP ein und bin damit weiterhin zufrieden! Ab sofort spielen die Shellys jedoch die Hauptrolle in meinem Smarthome! 😉

Genau wie alle anderen von mir bevorzugten Produkte (Z.B. Homematic),
funktionieren die Shellys auch sehr gut ohne Cloud-Anbindung!!!

Vorteil Nummer 1 ist auf jeden Fall die Preisgestaltung des Aktors selbst!

Der Shelly one ist im Vergleich zum z.B. Homematic Funk-Schaltaktor HM-LC-SW1-FM oder dem HomematicIP Funk-Schaltaktor HmIP-FSI16 um nahezu 80% kostengünstiger!
Die anderen Shellys liegen in einem ähnlichen preislichen Abstand zu den Produkten der Marktbegleiter. Auch zu einer Produktlinie, welche mir in letzter Zeit häufig in Facebook als Werbung angezeigt wird – FrogBlue – bestehen eklatante Preisunterschiede: Der Shelly one kostet in etwa 12% dessen, was für den vergleichbaren frogAct1-1 aufgerufen wird.

Vorteil 2: Der Schalter-Eingang kann verschiedene Modi:

Als ich vor einigen Jahren mit dem Smarthome-Ausbau startete, gab es für mich keine Alternative zu Homematic; Zusätzliche Bus-Kabel zu ziehen ging z.B. auf keinen Fall.
Da der Eingang bei HM-Aktoren als Taster-Eingang ausgelegt war / ist (Möglicherweise lässt sich das Ändern, aber nicht mit meinen bisher erworbenen Kenntnissen zu den Aktoren) gab es nur 3 Optionen: Alle Schalter im Haus zu Tastern umbauen, durch Handelsübliche Taster ersetzen, oder gleich die (batteriebetriebenen) Homematic-Taster verbauen. Ich habe mich für letzteres entschieden, um evtl. später eine höhere Flexibilität zu haben.
Fazit: Blödsinn!
1. Habe ich, nachdem alles umgebaut war, nie wieder die Belegung der Taster großartig geändert.
2. Die Batterien in den Tastern halten zwar mehrere Jahre, aber es bleiben immer noch Batterien;
Dafür geeignete Homematic-IP Netzteile in den Dosen schlagen mit rund 40€ je Taster / Schalter zu Buche
3. Die Taster an sich sind auch nicht gerade zum Schleuderpreis zu bekommen. Der HM Funk-Wandtaster 2-fach kostet ~48€, der HM-IP Wandtaster – 2-fach ~34€

Die Shelly-Aktoren ersparen uns vor allem wieder Geld, Überlegungen und alles andere zu dieser Thematik!
Der Eingang kann extrem Flexibel konfiguriert werden und bietet 5 verschiedene Modi. So kann man z.B. auch einen Bewegungsmelder anschließen.
Mein Favorit ist der sog. „Edge Switch“, auf Deutsch „Flanken gesteuert“:
Mit jeder Änderung des Potentials am Eingang ändert das Ausgangs-Relais seinen Zustand ins Gegenteil. Das ist wichtig, wenn man den Aktor auch über eine Software (oder das integrierte WEB-Interfache) bedient.
Sprich:

  • Schalter ein –> Licht an
  • Man verlässt den Raum, vergisst das Licht und schaltet es später vom Smartphone aus ab –> Licht aus
  • Man betritt den Raum wieder, schaltet den Schalter einfach in die andere Richtung und hat auch wieder Licht

Wer jetzt die Feststellung im Kopf hat „Ja, aber das ist doch alles normaler Alltag, was Du da schreibst. Wozu thematisieren?“ bekommt prompt eine Antwort:
Ohne diesen flexiblen Eingang müsste man im Letzten Schritt den Schalter zuerst wieder in einen definierten Grundzustand bringen, um dann wieder schalten zu können. Also, erst den Schalter wieder in die „Aus“ Stellung bringen, bevor man wieder am Schalter das Licht einschalten könnte.
Somit wäre ein Komfortgewinn des Smarthome wieder verpufft.
Außerdem bedenke man den WAF (women acceptance factor, aka wife acceptance factor)!!


Das klingt banal, hat aber immer den Vorteil, dass man vorhandene Schalter nicht ersetzen muss.
Auch kann man so, ohne viel Aufwand, z.B. einen Shelly one in eine vorhandene Kreuz- oder Wechselschaltung integrieren. Man muss es nur an der richtigen Stelle tun 😉

Vorteil 3 die Baugröße:

Ein Shelly one ist – wenn man mal von der abgeflachten Seite für die Kabel-Anschlüsse absieht – ein Kreis mit 41mm Durchmesser (breiteste Stelle) und gerade mal 17mm dick.
(Angabe: 41mm x 36mm x 17mm)
Somit kann er oftmals in einer Lampe verschwinden, bzw. wenn der Aktor in der Zwischendecke hinter den LED-Strahlern in z.B. der Küche verschwinden soll, passt er locker durch das Loch für den Strahler 😉
Auch die Unterbringung in nahezu jeder Dose ist somit gewährleistet.

Vorteil 4 die einfache Einrichtung:

Im Auslieferungszustand (oder nach einem Werksreset) sind die Shellys so eingestellt, dass jedes Gerät ein eigenes WLAN aufspannt (Accesspoint). Man verbindet sich schlicht und ergreifend mit dem WLAN, ruft mit dem Browser die Standard-IP-Adresse 192.168.33.1 des Shellys auf und konfiguriert munter drauf los.
Als erstes sollte man das Gerät ins eigene WLAN bringen, damit man z.B. Updates der Firmware laden kann und die automatische Zeiteinstellung geht.
Sinnvoll ist es eine feste IP einzutragen.
Beim WLAN sind ggf. ein paar Vorüberlegungen sinnig:
Welche IP-Adressen verwende ich für meine Shellys?
Möchte ich ggf. ein eigenes WLAN mit einer eigenen IP-Range für die Geräte einrichten?
(Zusätzlicher Accesspoint nötig …)

Vorteil 5 so ein Shelly kann auch ohne Cloud was:

Ohne Aktivierung der Cloud-Funktion hat der Shelly schon als Standalone-Gerät nette Features an Bord:
Ein- / Ausschalt-Timer: Man kann dem Gerät sagen, dass es z.B. nur 30 Min. eingeschaltet bleiben soll.
Wochenprogramm: Ein- / Ausschalten zu bestimmten Uhrzeiten
Die Action-URL’s: Für jede Zustandsänderung des Eingangs und Schaltkontaktes kann man eine aufzurufende URL einspeichern. Dies dient z.B. zur Rückmeldung an ein übergeordetes System.
Jeder Shelly ist mit einer sog. Rest-API ausgestattet. Das bedeutet, man kann das Gerät mittels festgelegter HTTP-Befehle steuern.

Es gäbe noch einiges mehr an Pro’s / Vorteilen aufzuzählen, im nachfolgenden jedoch noch ein paar Worte zu Einstieg, Integration und Beschaffung.

Einbindung in vorhandene Systeme / Steuerungen:

Es gibt bereits einfache Wege seine Shellys in vorhandene Strukturen zu integrieren:
Im Support-Forum werden z.B. ioBroker, OpenHAB, Home Assistant und Domoticz genannt.

Standalone-Betrieb:
Man kann einen Shelly über die Integrierte WEB-Oberfläche, oder die Rest-API auch alleine für sich bedienen. So kann man sich z.B. verschiedene Verknüpfungen auf den Home-Screen seines Smartphone ablegen.

Direkte Einbindung in eine Homematic CCU:
Mit Hilfe der Rest-API und dem CUXD auf der CCU gelingt die Einbindung recht schnell. Man kann dann z.B. über ein Skript auf der CCU einen Shelly mit einem Homematic-Taster bedienen. Entsprechende Anleitungen findet Ihr mehrfach im Netz.

Einbindung in ioBroker:
Einfacher geht es nicht!
Wenn man schon einen ioBroker laufen hat, Installiert man den Shelly-Adapter, konfiguriert dort 2-3 Parameter und die in den Adapter integrierte Discovery erledigt den Rest.
Fertig!
Und schon kann man seine Aktoren z.B. auf der VIS-Oberfläche anlegen und Steuern.

Bedienung über die Shelly-App:
Das habe ich nicht ausprobiert, demnach kann ich nur mitteilen: Ja, es gibt eine App 😉
Sowohl für Android, als auch für IOS verfügbar…

Was ist der Unterschied zwischen einem Shelly 1 und einem Shelly 1 PM?

Das ist recht einfach erklärt:
Alle Modelle, die ein „PM“ im Namen tragen, haben zusätzlich noch eine Verbrauchs-Messung eingebaut. Sprich: Man kann damit recht gut den Energieverbrauch eines an den Schalt-Ausgang angeschlossenen Gerätes, auch über einen längeren Zeitraum, verfolgen.

Großverbraucher schalten ?!?!

Auch wenn ein Shelly 1 nominell die 16A bei 230V schalten / aushalten kann,
würde ich (Bauchgefühl!) nicht unbedingt ein 3KW Heizgebläse damit dauerhaft ein- und ausschalten wollen.
Wenn es jemand über einen längeren Zeitraum ausprobieren möchte:
Feedback erwünscht!

Attraktiver Einstieg:

Ein erster Einstieg ist die schicke und schlanke Shelly Plug S als Zwischenstecker für allerlei Geräte.

Beschaffung:

Zum Zeitpunkt der Erstellung diese Beitrags sind/waren die Preise auf Amazon sehr attraktiv. So sind einzelne Shelly one für 11,99€ zu haben, während der 2er-Pack 26,90€ kostet. Also man spart in diesem Fall bei der Bestellung des Einzel-Produktes, wenn man 2 Aktoren braucht schon 1,90€. 🙂

Hier noch der eine oder andere Shelly auf Amazon:

Shelly Plug S
Shelly one
Shelly 2.5 (2x Schalten in 1 Aktor)
Shelly Dimmer
Shelly RBGW (LED-Controller)

Nachtrag vom 21.11.2023 – Abgebrannte Shellies,
Shellies reagieren nicht mehr:

Abgebrannte Shelly Aktoren:

In diversen Foren und Facebook-Gruppen gibt es in letzter Zeit einige Posts über Shelly-Switches, die abbrennen. Die die häufigsten Ursachen davon sind aus meiner Sicht unüberlegte / laienhafte Einsätze der Switches! Wie bereits oben im Beitrag erwähnt, ist es keine gute Idee, Heizlüfter, Radiatoren und Motoren direkt mit einem Shelly-Relais zu schalten. Hier muss man „Basteln“ und z.B. einen sog. Schütz mit dem Shelly schalten, der wiederum die hohe Last schaltet.
Mehrfach habe ich auch gelesen, dass Shelly-Zwischenstecker abgebrannt seien.
Erstrecht hier: Keine Lasten, an der Grenze der Spezifikation oder darüber!
Bei manchen dieser Posts sieht man auch Fotos, auf denen zu erkennen ist, dass ein Plug oder PlugS an einem Verlängerungskabel eingesteckt wurde und die Kupplung mehr gebrannt hat, als der Zwischenstecker selbst. Das lässt sich u.U. auf „ausgelutschte“ Kontakte in der Kupplung zurückführen, wo dann der Stift des Steckers nicht fest genug sitzt. Das ist dann auch ohne Shelly-Zwischenstecker als „risikobehaftet“ zu bezeichnen…

Die Schraubklemmen an den Shelly-Aktoren:

Es werden in den Gruppen auch relativ häufig die Schraubklemmen bemängelt.
Zugegeben, die Klemmen sind – vorsichtig ausgedrückt – verbesserungsfähig.
Eine zu leicht festgedrehte Klemme kann einen Haus- / Wohnungsbrand verursachen.
Wenn man aber das Gewinde der Klemme überdreht und die Ader fast keinen Halt mehr hat, ist die Brandgefahr ungleich höher!
Also ist Fingerspitzengefühl beim Andrehen gefragt;
Es wurde ein paar Mal in den Foren berichtet, wie leicht man die Gewinde eines Shelly kaputt bekommt.
(Es sei an dieser Stelle nochmals erwähnt: Wenn man es selbst macht, zahlt eventuell die Versicherung bei einem Brand nicht. Im Zweifel einen Elektriker mit der Installation beauftragen. Installationen oberhalb der Schutzkleinspannung sind nichts für Laien!)

Shellies reagieren nicht mehr, schalten sich von selbst aus, sind nach einem Stromausfall nicht mehr im WLAN….:

Das kann verschiedene Ursachen haben, die Fehlersuche einzugrenzen kann unter Umständen sehr fordernd sein.
Auch hier wurde von manchen Facebook-Usern berichtet, dass Geräte nach einiger Zeit den Geist aufgeben. Meist wird von neueren Produkten berichtet. Ich selbst habe ausschließlich Geräte der Generation 1 im Einsatz und habe noch keine Probleme gehabt.
Die Diskussionen darüber lassen darauf schließen, dass es sich um einen ähnlichen Fehler handelt, wie ich ihn hier beim Homematic Schaltaktor HM-LC-Sw1PBU-FM beschrieben habe. Wahrscheinlich kann man das Gerät wiederbeleben, indem man einen defekten Kondensator austauscht. Zumindest hat ein User in der internationale Facebook-Gruppe dazu aufgerufen, diese Geräte nicht wegzuwerfen, sondern ihm kostenlos zu überlassen. Er würde sich die Teile wieder reparieren – Hat aber nichts dazu geschrieben, wie die Reparatur zu machen ist 😉
Hierzu habe ich noch keine Erkenntnisse, da es – wie bereits erwähnt – bei mir in mehr als 2 Jahren noch nicht vorgekommen ist.